Risiken

Manchmal ist Feuer nicht Ihr größtes Risiko

In Belgien sind 10.900 freiwillige Feuerwehrleute und 6.400 Berufsfeuerwehrleute Tag und Nacht im Einsatz, um Menschen zu helfen. Sie kommen bei Bränden, Verkehrsunfällen, Überschwemmungen, Einstürzen und anderen Zwischenfällen zu Hilfe. Während dieser Einsätze sind die Feuerwehrleute selbst jedoch auch einer Reihe Berufsrisiken ausgesetzt.

Aus diesem Grund startet der FÖD Inneres eine Kampagne für Feuerwehrleute, die in Zusammenarbeit mit Netwerk Brandweer, ReZonWal, der Feuerwehr Brüssel und den repräsentativen Gewerkschaftsorganisationen entwickelt worden ist.

 Die Hilfeleistungszonen können das Kampagnematerial verwenden, um Feuerwehrleute über diese Risiken zu informieren und sie durch Verfahren und einige nützliche Tipps zu unterstützen. 

In einem ersten Teil ging es um die Hygienevorschriften, die während eines Einsatzes eingehalten werden müssen, um bestimmte Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

Am 1. Oktober ist ein zweiter Teil über den Umgang mit Aggressionen gestartet worden.

Im letzten Teil geht es darum, wie wichtig es ist, fit zu bleiben. Dieser Teil wird am 3. November veröffentlicht.

 

Aggressionen

Feuerwehrleute werden wie auch Mitglieder anderer Hilfsdienste bei Einsätzen mit Aggressionen konfrontiert. Jegliche Form von Aggression - auch leichter körperlicher oder verbaler Art - ist unter keinen Umständen akzeptabel und gehört gewiss nicht zum Berufsbild von Feuerwehrleuten.

Wenn Sie mit einer Form von Aggression konfrontiert werden, ist es wichtig, den Fall:

  • im Einsatzbericht zu vermerken,
  • intern dem Gefahrenverhütungsberater oder der Vertrauensperson zu melden,
  • bei der Polizei anzuzeigen.

Die systematische Erfassung solcher Vorfälle ermöglicht es, Statistiken zu erstellen und so ein klares Bild der Problematik zu erhalten. Die Informationen können zur Erfassung des Kontextes und als Grundlage für die Ausarbeitung von Präventionsmaßnahmen und Richtlinien zur Vermeidung von Aggressionen dienen. Als Feuerwehrmann oder -frau haben Sie die Möglichkeit, in Schulungen den richtigen Umgang mit Aggressionen zu erlernen. Ferner sollten Sie wissen, dass Sie nicht alleine sind und dass Ihnen im Bedarfsfall jederzeit ein Ansprechpartner Ihrer Zone (z.B. Gefahrenverhütungsberater oder Vertrauensperson) zur Verfügung steht.

 

Das Video zum Thema "Aggressionen" herunterladen

 

Tipp 1:

Bevor Sie etwas unternehmen, prüfen Sie, ob die Lage gesichert ist.

Tipp 2:

Melden Sie verbale oder körperliche Aggressionen immer dem Gefahrenverhütungsberater. Er ist für Sie da.

Tipp 3:

Bitten Sie eine Vertrauensperson, den Gefahrenverhütungsberater oder einen Vorgesetzten um Unterstützung.

Bei einem Einsatz Unterstützung durch die Polizei anfordern

Wenn Sie bei einem Einsatz polizeiliche Unterstützung benötigen, können Sie diese unter der Nummer 101 anfordern. Am einfachsten geht dies über die 112 BE-App.

Damit lässt sich Ihr Standort bestimmen. Bei der Registrierung (wenn Sie nach der Installation Ihr Profil in der App ausfüllen) können Sie im Kommentarfeld angeben, dass Sie bei der Feuerwehr arbeiten.

In außergewöhnlichen Fällen kann mit der App 112 BE auch per SMS oder Chat kommuniziert werden, wenn der Telefonist diese Option aktiviert.

Aggressionen stets nach einem Einsatz melden

Informieren Sie immer den Gefahrenverhütungsberater Ihrer Hilfeleistungszone, wenn Sie mit Aggressionen konfrontiert wurden. Verwenden Sie ggf. ein Meldeformular, wenn Ihre Hilfeleistungszone über ein solches Formular verfügt.

Je nach Schwere des Übergriffs können Sie auch Anzeige bei der Polizei erstatten. Welche juristischen Möglichkeiten Sie haben, wenn Sie Opfer von aggressivem Verhalten werden, können Sie in den FAQ "Umgang mit Aggressionen" nachlesen; hier können Sie sich auch über den in Ihrem Fall geltenden Rechtsrahmen informieren. Achten Sie zudem darauf, dass Fälle von aggressivem Verhalten stets systematisch im Einsatzbericht festgehalten werden. Geben Sie hierbei an, ob Sie verbal oder körperlich angegriffen bzw. mit Gegenständen beworfen wurden.

Teilnahme an Schulungen über den Umgang mit Aggressionen

Das Föderale Fachzentrum für zivile Sicherheit hat in Zusammenarbeit mit Experten zwei neue Schulungen über den Umgang mit Aggressionen während eines Einsatzes ausgearbeitet. Beide Schulungen sind als Weiterbildung anerkannt und stehen allen Mitgliedern der Feuerwehr - ob Feuerwehrmann bzw. -frau oder Offizier, ob freiwillige oder Berufsfeuerwehrleute - offen.

In den Schulungen werden Kenntnisse und Techniken zu dieser Problematik vermittelt, damit die Hilfeleistung auch in einem aggressiven Umfeld unter sicheren Arbeitsbedingungen erbracht werden kann. Hier geht es vor allem darum, angemessen zu handeln, ohne den Opfern die benötigte Hilfeleistung zu verweigern und ohne dabei die Sicherheit der Einsatzkräfte aus den Augen zu verlieren.

  • Die Schulung "Zielgerichtete Kommunikation mit aufgebrachten Bürgern und Umstehenden bei Einsätzen vor Ort für das Einsatzpersonal der Feuerwehr" (Fieniks) hilft Ihnen, aggressive Verhaltensweisen zu verstehen, und zeigt Ihnen die Bedeutung und Wirkung von Kommunikation in verschiedenen Aggressionssituationen auf. Auch auf den Einfluss des eigenen Verhaltens in solchen Situationen wird eingegangen. Ziel dieser Schulung ist es, Ihnen zu helfen, in Situationen, die mit Vorsicht anzugehen sind, präventiv zu handeln. Erfahren Sie hier mehr über den Inhalt dieser Schulung.
  • In der Schulung "First Responder Anti-Aggression Training" wird für Situationen, in denen man bei einem Einsatz verbalen und/oder körperlichen Übergriffen ausgesetzt ist, der Fokus auf die eigene Sicherheit gelegt. Erlernt wird korrektes und professionelles Verhalten, um (eventueller) Gewalt vorzubeugen und/oder diese einzudämmen, unter Berücksichtigung des rechtlichen Rahmens bei der Anwendung von Gewalt. Ziel dieser Schulung ist es, in Situationen, in denen körperliche Gewalt nicht verhindert werden kann, in der Lage zu sein, auf die eigene Sicherheit zu achten. Erfahren Sie hier mehr über den Inhalt dieser Schulung.

Diese beiden Schulungen dauern einen Tag und beinhalten sowohl Theorie als auch Praxis in Form von Rollenspielen. Sie können unabhängig voneinander absolviert werden, sind aber komplementär.

Lesen Sie hier das Schreiben der Ministerin des Innern an die Hilfeleistungszonen, in dem die bestehenden Maßnahmen beschrieben werden und zu zusätzlichen Maßnahmen aufgefordert wird.

 

Kampagnematerial:

plakat A4

 

 

Plakat A4 - PDF 321 Kb

plakat A3

 

 

Poster A3 - PDF 373 Kb

 

 

Totem (100mm/400mm/1800mm) - PDF 565 Kb

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HygieneHygiene

Als Feuerwehrmann bzw. -frau kommen Sie regelmäßig mit Rauch, Ruß oder anderen Stoffen in Berührung, die möglicherweise giftig sind oder negative Auswirkungen auf Ihre Gesundheit haben können. Deshalb gibt es Verfahren zur gründlichen Reinigung von Kleidung und Material nach jedem Einsatz. Halten Sie diese Verfahren stets ein. Es gibt sie nämlich nicht grundlos oder nur, um alles sauber zu halten. Sie dienen vor allem dazu, Sie und Ihre Kollegen zu schützen.

Die Zeit, in der Sie vor, während und nach einem Brandeinsatz Schadstoffen aus Rauch und Ruß ausgesetzt sind, kann durch eine gute Hygiene und eine zielgerichtete Pflege und Handhabung von Einsatzkleidung und Ausrüstung begrenzt werden. Wenn Sie bei einem Brandeinsatz mit zusätzlichen Gefahren konfrontiert werden (Asbest, Nanopartikel, gefährliche Stoffe, ...), müssen Sie diese Richtlinie um Maßnahmen erweitern, die den Empfehlungen eines Gefahrgutberaters (GGB) entsprechen.

 

Das Video zum Thema "Hygiene" herunterladen

 

Schauen Sie sich auch das Video der Hilfeleistungszone Vesdre-Hoëgne & Plateau (Zone Lüttich 4) an, in dem die Gefahr einer Kontamination während, aber auch nach einem Einsatz veranschaulicht wird:

Bei der Aufzeichnung dieses Films wurde kein Löschschaum, sondern Rasierschaum verwendet.

Tipp 1:

Befolgen Sie die Verfahren, um Ihre Kleidung und Ausrüstung sauber zu halten.

Tipp 2:

Achten Sie darauf, dass Sie keine Schadstoffe mit in die Kaserne oder nach Hause bringen.

Tipp 3:

Achten Sie aufeinander und ermutigen Sie Ihre Kollegen, die Verfahren zu befolgen.

 

Das Standard-Einsatzverfahren für eine gute Hygiene bei Einsätzen finden Sie hier.

Bei spezifischen Gefahren wie Asbest oder Nanopartikeln und gefährlichen Stoffen sollte diese Richtlinie um die Empfehlungen des Gefahrgutberaters erweitert werden.

 

Auch im Rahmen der Ausbildung von Feuerwehrleuten wird auf die Gefahren von Rauch hingewiesen:

In Modul 2: Individueller Schutz der Brevet-Ausbildung B01 wird beispielsweise auf die Zusammensetzung von Rauch und dessen Auswirkungen auf unter anderem die Atmung eingegangen. In diesem Modul werden auch bestimmte Merkmale von Rauch erläutert, die Sie bei jedem Einsatz berücksichtigen müssen.

Im Gegensatz zu dem, was man manchmal hört oder liest, ist Rauch immer giftig! Zudem kann sich Rauch auf Ihrer Kleidung und Haut ablagern oder darauf kondensieren. So können giftige Stoffe an den Körper abgegeben werden. Durch eine gute Hygiene kann eine Aufnahme über die Haut verhindert werden.

Unter folgendem Link können Sie Ihr Wissen über Rauch und seine Gefahren auffrischen.

In der Brevet-Ausbildung M01, genauer gesagt in Modul 3: Brandbekämpfung 2,

ist ein ganzes Kapitel der Hygiene am Einsatzort gewidmet. Es werden mehrere Studien über die Gesundheit von Feuerwehrleuten angeführt, aber Sie finden auch konkrete Hygienemaßnahmen - die nicht nur am Einsatzort gelten, sondern auch bei der Freigabe des Einsatzortes. Auch auf die Hygiene in der Feuerwache nach der Rückkehr von einem Einsatz wird geachtet. Schließlich wird das von der Zone Lüttich 2 (IILE) zur Verfügung gestellte Protokoll geteilt.

Werfen Sie hier einen Blick in das Kapitel über die Hygiene am Einsatzort.

 

Weitere nützliche Links finden Sie hier:

 

Kampagnematerial:

plakat A4

 

 

Plakat A4 - PDF 318 Kb

plakat A3

 

 

Plakat A3 - PDF 369 Kb

 

 

Totem (100mm/400mm/1800mm) - PDF 557 Kb

 

 

Aufhänger - PDF 107 Kb

Banner web - 1920X495 px - PNG 1,15 Mb

e-mail banner - 600X120 px - PNG 110 Kb